SC Rasta Vechta – Ein Resümee

SC Rasta Vechta – Ein Resümee

Vechta (le) – Am vergangenen Samstag endete die Saison des SC Rasta Vechta in Essen. Mit einer Bilanz von 12 Siegen und 18 Niederlagen verabschiedeten sich die Männer von Pat Elzie in eine lange Sommerpause.
Was waren die Gründe für das vorzeitige Scheitern? Was muss zur nächsten Saison besser werden? Welcher Spieler sollten gehalten werden, welche dürfen gerne gehen?
Wir haben uns intensiv mit dem Verein aus dem Oldenburger Münsterland beschäftigt!

Die Spieler in der Einzelkritik:


#1 Dennis Lee Tinnon
Als Elijah Obade am Ende des Jahres den Wunsch äußerte, die Rastafari verlassen zu wollen, musste schnellstmöglich Ersatz her. Und die Vechtaraner wurden fündig!  Der 26-jährige Power Forward Dennis Lee Tinnon wechselte in der laufenden Saison zum “geilsten Club der Welt”. Seine Empfehlung: Der beste Rebounder der vergangenen Spielzeit in der zweiten deutschen Liga. Die Pro A war für den US-Amerikaner also kein Neuland, bereits zuvor spielte er für Jena und Würzburg, bei denen er zum Ende des Jahres den Verein verließ. Seine Stats waren beeindruckend. Mit 15,0 Punkten und 10,7 konnte er in der Saison 13/14 vollends überzeugen. Mit großen Erwartungen an seine Person traf der Vater von zwei Kindern in Vechta ein: ” In seiner Rookie-Saison konnte er beweisen, dass er in Deutschland, in dieser Liga, gut klar kommt. Dennis hat 2013/2014 auf diesem Level wirklich dominiert. Er weiß auch, was ihn hier erwartet und was wir von ihm erwarten.” (S.Arigbabu)

In 17  Spielen für Vechta stand der Power Forward 14:12 Minuten auf dem Court. Enttäuschend für den jungen Mann! Seine Stats konnten sich sehen lassen – gerade am offensiven Brett arbeitete der US-Amerikaner hart. Sein Lohn waren 5,6 Rebounds (Off: 2,5/Def:3,1). Fürs Punkten fühlte sich der Mann allerdings nicht verantwortlich. Mit enttäuschenden 33,3% Feldwurfquote konnte er nicht an seine Rookiesaison anknüpfen. Das er wichtig für die Mannschaft sein kann, bewies er am letzten Spieltag: Mit einer Monsterperformance machte Dennis noch einmal auf sich aufmerksam. Allein in diesem Spiel gelangen ihm 11 offensive Boards.

Die Verpflichtung von Dennis Lee Tinnon in der laufenden Saison war riskant. Das bestehende Teamgefüge wurde noch einmal ordentlich durcheinander gewürfelt. Eventuell ein Grund dafür, dass er im Team der Rastafari nur ein Mitläufer war! Unserer Meinung nach sollte der Spieler aber gehalten werden. Sein Potenzial ist zweifelsohne vorhanden. Seine Reboundstärke kann jeder Verein gebrauchen!
Tendenz: halten

#2 Derek Wright
Auch die Nummer zwei der Vechtaraner kam als die Saison schon lief. Er ersetzte den hinter den Erwartungen gebliebenen Ahmad Smith. Wright kam mit der Empfehlung von 10,9 Punkte, 4,3 Assists und 1,3 Steals pro Spiel bei A.G.O. Rethymnou (Griechenland) nach Vechta. Vor allem seine Dreierquote erregte Aufmerksamkeit: Mit 44,3% lag sie im sehr guten Bereich. Der Coach hatte klare Erwartungen an den kleinen Flitzer. Schnelligkeit, bessere Trefferquoten und mehr Defence waren nach dem verhaltenen Saisonstart gefordert. „Schon im College hatte Derek sehr gute Quoten. Und auch im letzten Jahr fiel der Dreier gut. Zudem hat er aber noch andere Qualitäten. Unser Spiel wird durch ihn insgesamt schneller werden und Derek ist auch ein sehr guter Verteidiger in der Vergangenheit gewesen. Ich hoffe, dass er dies auch hier bei uns zeigen wird“. (S. Arigbabu)
Und für den ersten Moment schien die Verpflichtung auch ihren Nutzen zu erfüllen! Die ersten drei Spiel konnten in Begleitung von Wright gewonnen werden. Nur seine Dreierquote ließ zu wünschen übrig (2/13).
Mit 12,4 Punkten und einer Effizienz von 12,2 war der US-Amerikaner einer der wenigen Konstanten im Team der Rastafari. Mit vier Assists  steigerte er sich zur Vorsaison leicht, seine Dreierquote sank dagegen um 10%. Mit 27:00 strich er einen erheblichen Teil der Spielzeit für die ausländischen Positionen ein.
Es bleibt abzuwarten, wer die Südoldenburger in der nächsten Saison betreut. Mit Wright steht ein Spieler zur Verfügung, der das Spiel schnell machen kann, aber auch einer, der in entscheidenen Situationen überdreht und dem Team in diesen Phasen mehr schadet als hilft.
ABER: An ihm lag es nicht, dass die Vechtaraner eine enttäuschende Saison spielten. Allerdings sollten die Mannen um Stefan Niemeyer den Spielermarkt genau beobachten und bei einem Upgrade zuschlagen. Wright ist ein Spieler, der gute Leistungen abliefert, aber ein Team nicht auf das nächste Level heben kann.
Tendenz: 50/50

#3 Richard “Richie” Williams
Der dritte Spieler, die dritte Nachverpflichtung… Es war DIE Meldung Mitte Januar. Der Aufstiegsheld, der Messias, der Heilsbringer kehrte zurück. Doch dann die Ernüchterung! Was war nur aus dem kleinen, quirligen Richie geworden? Hatte er einen Zwillingsbruder von dem keiner wusste? Was hatten die Frankfurter nur mit unserem Aufstiegshelden angestellt? In der ersten deutschen Eliteliga wusste der Backcourtspieler im Trikot der Rastafari noch vollends zu überzeugen. Mit 14,5 Punkten, 4,3 Assists, 4,8 Rebounds und 1,9 Steals war er einer der wenigen Lichtblicke der letzten Saison. Bei Frankfurt konnte er allerdings nicht an seine Form der vergangenen Saison anknüpfen. Vom Leader zum Mitläufer. Einzig beim Gastspiel in Quakenbrück legte der 1,78m Mann eine starke Performance hin.
Ein halbes Jahr später: Selbstvertrauen? Fehlanzeige! Korbgefahr? Fehlanzeige! Spielorganisation? Fehlanzeige!
Mit einer Trefferquote von 21,9% stellte der US-Amerikaner nur eine Gefährdung für die Gesundheit der Zuschauer dar. Mit 4,6 Punkten, 3,3 Assists und 2,7 Rebounds enttäuschte Richie auf ganzer Linie.
Eigentlich müsste man über diese Personalie für die nächste Saison gar nicht nachdenken. Eigentlich. Wir alle wissen, zu was Richie Williams in der Lage ist. Jeder Profi durchläuft Phasen, in denen nichts klappen will. Diese hat Richie Williams nun in aller Ausfürlichkeit durchlebt.
SO wollen wir Dich wiedersehen. Wir wissen, dass du es kannst!

Neue Saison, neues Glück: Bei einem Neuanfang könnte er ein entscheidener Faktor sein. Das er’s kann, dürfte jeder wissen. Auch die Gegner!
Tendenz: 75/25 halten

#5 Chase Griffin
Endlich mal ein Spieler, der auch schon die Saisonvorbereitung mit den Rastafari absolvieren durfte. Und endlich mal ein Spieler, der vollends seine Erwartungen erfüllt hat. Der US-Amerikaner war die Konstante im Team der Südoldenburger, lediglich am vierten Spieltag stand er nicht im Kader. Mit 15,2 Punkten sicherte der Shooting-Guard den ein oder anderen Sieg!
Ein Spieler, der seiner Positionsbezeichnung auch gerecht wird: Mit 43,9% von der Dreierlinie legte er eine bundesligareife Performance hin. Seine Leistungen sind anderen Teams nicht verborgen geblieben, gut, dass Chase Griffin einen Vertrag mit Option auf ein weiteres Jahr besitzt. Vor allem mit Beginn der Hinrunde drehte der US-Amerikaner auf. Im Spiel gegen Paderborn kam der 31-jährige auf 31 Punkte, bei einer überragenden Dreierquote von 75%. Die nächsten Niederlagen konnte er, trotz guter Leistungen, nicht verhindern.
Seine an ihn gestellten Erwartungen konnte er zu 100% erfüllen:
“Chase hat sicherlich eine sehr gute Saison gespielt und vollends überzeugt. Bei uns darf er gerne da weitermachen, wo er in Gotha aufgehört hat. Und ich erhoffe mir von ihm als erfahrenen Spieler auch, dass er eine Vorbildfunktion einnimmt – auf und abseits des Platzes“ (S. Arigbabu)

Tendenz: HALTEN

#6 Axel Jarchow
Er ist schon fast sowas wie ein Urgestein in Vechta – und das mit 26 Jahren. Seit der Saison 2009/2010 spielt der ehemalige Quakenbrücker bei den Vechtaranern. Die Arbeitseinstellung des Mannes aus dem Osten wird von allen Seiten positiv erwähnt. Nicht zu unrecht bekleidet der Mann mit der Nummer sechs deshalb die Position des Captains. In 15 Spielen stand Axel Jarchow durchschnittlich 3:45 Minuten auf dem Parkett. In dieser Zeit kämpfte er vorbildlich für’s Team. Vor allem seine Defence kann sich sehen lassen. Offensiv war er leider kein Faktor diese Saison.
Tendenz: Als 12. Mann sicherlich, aufgrund seiner Arbeitseinstellung zu gebrauchen.

#10 Kevin Smit
Der Mann aus dem Nachwuchsprogramm der EWE Baskets aus Oldenburg wechselte zur neuen Saison nach Vechta. „Kevin ist ein junger Spieler, der sich verbessern will und auf dem nächsten Level beweisen möchte“. (S. Arigbabu) Diese Aussage, des ehemaligen Headcoaches, hat der junge Mann mit seinen Leistungen eindrucksvoll belegt. Zu Beginn noch mit Startschwierigkeiten, steigerte sich der Oldenburger von Spiel zu Spiel. Gerade im Heimspiel gegen Gießen konnte der 23-jährige alle von seinen Qualitäten überzeugen. Der Linkshänder überragte im ersten Viertel von behind the arc und behielt in der entscheidenen Phase des vierten Viertels die Nerven. Die Belohnung folgte so gleich: Man of the Match! Vollkommen zurecht.
Mit 6,1 Punkten bei einer Dreierquote von 37,4% gewöhnte sich Smit schnell an das höhere Niveau der Pro A. Auch seine wenigen Turnover (1,2) in 22 Minuten Spielzeit spiegeln seine Abgeklärtheit wieder. Zudem erwähnenswert: In allen 30 Spielen war der 10ner mit von der Partie!

Es wäre schon, wenn der junge Mann seine Form der letzten Spiele mit in die neue Saison retten könnte. Ein Junge aus der Region, der Spaß macht!
Tendenz: halten

#11 Philipp Friedel
Der 27-jährige Shootingguard kam vom Bundesligaaufsteiger Crailsheim zum Bundesligaabsteiger nach Vechta. Als vorletzter Spieler verstärkte er den Kader von Stephen Arigbabu, der ihn als einen Spieler mit “einer großen Siegermentalität” vorstellte. Wo diese in der vergangenen Saison zu sehen war, fragen wir uns bis heute. Für die Fans in der Region dürfte der Deutsche kein Unbekannter gewesen sein. Bereits in der Saison 2010/2011 lief er für einen Verein im näheren Umkreis durch die Basketballhallen.
In elf Minuten Spielzeit erzielte Philipp Friedel mikrige 2,6 Punkte sowie einen Assists. Die Saison zuvor waren es noch 7,13 Punkte, die den Crailsheim Merlins zum Aufstieg verhalfen. Unter Coach Pat Elzie wurden seine Einsatzzeiten sukkzessive gesenkt, sodass er am Ende der Saison kein Faktor im Spiel der Rastafari war.
Ein Missverständnis zwischen Spieler und Verein, welches zum Saisonende beendet werden sollte.
Tendenz: Verlässt den Verein

#13 Fabian Franke
Das hatte sich der Small-Forward sicherlich ganz anders vorgestellt. Vor der Saison verließ Fabian Franke die ETB Wohnbau Baskets aus Essen, um mit Rasta eine erfolgreiche Saison zu bestreiten. Der direkte Wiederaufstieg wurde angepeilt. Doch im Nachhinein dürfte sich der Deutsche ärgern: Anstatt seiner Vechtaraner, stehen nun die Baskets aus Essen in den Play-offs. Am Small Forward lag es aber nicht, dass die Play-offs nicht erreicht wurden. Franke spielte eine solide Saison (8,9 Punkte/ 3,7 Rebounds) im Bereich des Möglichen.Der Coach hatte sein Potenzial bei der Vortsellung schon angedeutet:

„Fabian ist ein erfahrener deutscher Spieler, der die 2. Bundesliga Pro A sehr gut kennt. Bei den FRAPORT SKYLINERS hat er eine hervorragende Basketball-Ausbildung genossen, hat mit der Beko BBL-Truppe trainiert und gespielt. Über so ein mit gerade einmal 25 Jahren ja noch junges Kaliber können wir uns wirklich freuen.” (S.Arigbabu)

Verbesserungsbedarf hat der Deutsche sicherlich beim Dreipunktewurf (24,2%). Entweder er arbeitet  im Sommer  hart daran – Zeit genug hat er nun ja – oder er schränkt seine Wurfversuche noch mehr ein. 2,7 Versuche pro Spiel sind bei einer so miserablen Quote definitiv zu viel. Das er einen starken Abschluss in Korbnähe hat, durften die Zuschauer in den Hallen bestaunen. Seine Defence war ebenfalls eine der besseren im Team. Mit Fleiß und harter Arbeit sehen wir in ihm einen Spieler, der den Schritt in die BEKO BBL schaffen kann. Wie gesagt: Harte Arbeit und Fleiß sind das Zauberwort. Gott sei Dank besitzt der Deutsche einen Zweijahresvertrag und bleibt den Vechtaraner somit die nächste Saison erhalten!
Tendenz: Halten

#15 Amir Carraway
Er vervollständigte zu Saisonbeginn das Puzzle von Stephen Arigbabu. Als Topscorer der California State University (NCAA Division II) wechselte er nach Deutschland. Lange hatte seine Suche gedauert: „Wir haben uns mit der Besetzung des letzten freien Kaderplatzes ganz bewusst viel Zeit gelassen. Denn diesem Mann ist ja eine bestimmte Rolle zugedacht. In diese muss er reinpassen, sie ausfüllen nach unseren Vorstellungen. Amir Carraway hat unter den unzähligen Spielern, die uns angeboten wurden in Bezug auf dieses Anforderungsprofil den besten Eindruck hinterlassen“ (S. Arigbabu). Warum er letztendlich so wenig spielte, wird wohl Arigbabus Geheimnis bleiben… Von 30 Spielen absolvierte der 21-jährige US-Amerikaner lediglich 22. In diesen kam er auf 10:51 Minuten Spielzeit. In den Spielen, in denen er mehr als 15 Minuten ran durfte, wusste Carraway durchaus zu überzeugen. Sein bestes Spiel lieferte er gleich zu Saisonbeginn gegen Nürnberg ab, in dem er 11 Punkte und 7 Rebounds erzielte.
Eventuell passte das Teamgefüge nicht? Eventuell fühlte er sich in seiner ersten Rookiesaison nicht wohl? Die Gründe für seine schwankenden Leistungen und Einsatzzeiten werden wohl ewig im Verborgenen bleiben. Speziell, weil auch Pat Elzie auf die Dienste von Carraway größtenteils verzichtete.

Seine Vielseitigkeit wird im Highlightvideo noch einmal deutlich: Ja, wir wissen es. So ein Video hat wenig Aussagekraft auf das tatsächliche Spiel. In einem Highlightvideo kann man auch Heino gut darstehen lassen…Aber wie gesagt: Uns geht es um seine durchaus vorhandene Vielseitigkeit.
Tendenz: Wird den Verein verlassen

#21 Donald Lawson
Donald “D-Law” Lawson kam aus Chemnitz nach Vechta. Die Vorfreude war groß: Der 111kg schwere Center war einer der überragenden Akteure der letzten Saison unter den Körben. Ein weiterer Pluspunkt – er kannte die Liga aus seiner Zeit in Chemnitz, wo er vier Jahre das Trikot trug. Dort überzeugte er in der letzten Saison mit 9,7 Punkten und 9,4 Rebounds – haarscharf am Double-Double vorbei. Aber was ihn zu einem besonders wichtigen Spieler machte, war seine defensive Präsenz: Mit 1,3 Blocks und 1,3 Steals pro Partie war Donald Lawson der Anker in der Defence. Nicht umsonst wurde er von einem Internetportal in das All-Defensive Team der Pro A berufen.
” Donald kennt die Liga und erfüllt eben genau dieses Anforderungsprofil. Ich erwarte von ihm neben gutem Rebounding natürlich Stabilität in der Defensive“ (S. Arigbabu).
Das seine Stärken vom Coach nicht erkannt wurden, kann nicht behauptet werden. Die Frage, die sich stellt, ist: Warum kamen sie im System nicht zum Tragen?
Vom siebten bis zum elften Spieltag stand Lawson lediglich fünf Minuten für die Rastafari auf dem Parkett. Der Sündenbock für die Misere war ausgemacht.
Der Trainerwechsel wirkte wie ein Befreiungsschlag für den US-Amerikaner. Unter Pat Elzie blühte der 26-jährige auf! Seine Stärken wurden ins Spiel eingebracht und seine Einsatzzeit stieg. Dabei wären wir auch schon bei seinen Schwächen: Die Korbgefahr! Mit fünf Punkten pro Spiel und einer schwachen Trefferquote, sowohl aus dem Feld als auch von der Freiwurflinie, trieb dem ein oder anderen Zuschauer die Zornesröte ins Gesicht.
Ein Basketballersprichwort sagt: Offense wins games, Defences wins Championchips! Von daher bitte halten. Jedes Team braucht Spieler, die ihre Truppe defensiv zusammenhalten. Rasta hatte diese Saison genug Spieler, die ein Spiel in der Offensive alleine entscheiden konnten. Da kann es nicht schaden, wenn auch einer mit an Board ist, der hinten für’s Team ackert.
Unserer Meinung nach, hängt beim US-Amerikaner viel am Trainer. Vertraut er Lawson, spielt er seinen Stiefel souverän runter, wenn nicht, agiert Lawson lustlos und unkonzentriert. Das er es auch in der Offensive kann, hat er in Chemnitz bewiesen. Dort hatte er übrigens auch Startprobleme… Die Entwicklung ist bekannt!

Sowas wollen wir auch im nächsten Jahr wieder von Dir sehen! Am liebsten im Trikot von Vechta.

Tendenz: halten

#22 Vincent Bailey
Seine erste Profisaison führte ihn aus der Kleinstadt Harrogate ins beschauliche Vechta. Seine Stats ließen aufhorchen: 21,5 Punkte und 10 Rebounds verzeichnete der Power Forward in seiner letzten Saison für die Railsplitters. Als Belohnung durfte Bailey am All-Star Game der NCAA II teilnehmen. Zudem wurde ihm die Ehre zu Teil, zum besten Spieler der South Atlantic Conference gewählt zu werden. Und Bailey machte da weiter, wo er in den USA aufgehört hatte! Mit überragenden Leistungen avancierte er zum Go-to-guy der ersten Saisonhälfte. In der Hinrunde absolviert Vincent Bailey alle Spiele für das Team von Arigbabu und blieb jedesmal über einer Effizienz von 10! Respekt von unserer Seite dafür!!!
Mittlerweile hatten sich die Gegner allerdings auf den US-Amerikaner eingestellt. Unterm Korb wurde der 23-jährige gedoppelt. Anstatt seinen freien Nebenmann zu suchen, versuchte er es mit dem Kopf durch die Wand.. und scheiterte oftmals. Dies war zu Saisonbeginn noch eine seiner Stärken. Im 1 vs. 1 konnte ihn nur ein Erdbeben stoppen! Er scorte wie eine Maschine am laufenden Band. Die Saison beendete Bailey mit 13,4 Punkten und 5,9 Rebounds.

Es mag jetzt vielleicht verrückt klingen, aber eventuell wäre es besser, nach der Saison getrennte Wege zu gehen.
Warum? Die Gegner haben sich mittlerweile auf den jungen US-Amerikaner eingestellt. Seine Stärke mutiert zu einer Schwäche. Wenn er es schafft, seinen Nebenmann zu finden, ist er eine Waffe. Wenn nicht, schadet er dem Team durch seine Eigensinnigkeit und zieht Unmut auf sich. Ein Delikt, der schnell das Teamgefüge gefährden kann.
Tendenz: 50/50

#24 Max Weber
Puh, was soll man zu diesem Mann schreiben. Eventuell: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß! Oder: Zuerst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu! Die Karriere des Max Weber ist geprägt von schweren Verletzungen. Für Rasta bestritt der 29-jährige Deutsche lediglich ein Spiel. Zu allem Überfluss musste er dies auch noch mit fünf Fouls vorzeitig verlassen.
Tendenz: Karriereende?

#25 Blachard Obiango
Er war der sechste Neuzugang der Rastafari. Die Rede ist vom Deutsch-Kongolesen Blanchard Obiango, der zu Saisonbeginn einen Vertrag mit Option auf ein weiteres Jahr unterschrieb. Seine Stärken schätzte Arigbabu folgendermaßen ein: „Blanchard ist ein schneller und athletischer Spieler, der für seine gute Verteidigung bekannt ist. Und in der Defense kann er tatsächlich bis zu vier Positionen verteidigen.“
Bereits von seinen Stationen zuvor kannte er die zweite Bundesliga. In Cuxhaven erzielte der Forward 6,3 Punkte und griff sich 5,7 Rebounds in 22 Minuten Spielzeit. Mit Rasta wollte er den nächsten Schritt auf seiner Karriereleiter gehen. Dies Unterfangen missglückte allerdings vollkommen. Mit 3,5 Punkten und 2,5 Rebounds in 17 Minuten blieb er hinter seinen Erwartungen zurück. Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive.
Der Verein hat nun die Qual der Wahl. Ziehen sie die Option oder lassen sie Obiango gehen? Wenn es nach den Fans geht, dürfte die Entscheidung schon längst gefallen sein…
Tendenz: 50/50

#50 Oliver Mackeldanz
Was war das bitte für eine Entwicklung? Wahnsinn! Vom “Milchbubi” zum Wühlbüffel! Unter Arigbabu kam das deutsche Centertalent nur in Maßen zum Zug. Die Ausnahme bildete das Auswärtsspiel in Jena, in dem er eine Galavorstellung hinlegte (22 Punkte/ 6 Rebounds) bei einer Trefferquote von 75% und 91%!
Aber das war ein Kindergeburtstag zu dem, was dann noch folgen sollte. Wie Phoenix aus der Asche stieg der 2,12m Mann empor. Pat Elzie hatte wohl die richtigen Worte gefunden! Im Heimspiel gegen Hamburg vernaschte er die lange Garde der Hansestädter. Unter anderem mit dem ehemaligen Quakenbrücker Michael Wenzl, der bereits im Eurocup seine Erfahrungen sammeln durfte.

Und das Schöne daran? Es sollte kein Ausrutscher gewesen sein. Mit konstant guten Leistungen spielte sich der Center in die Herzen der Fans! Stark im Rebound, treffsicher im Abschluss.
Im Sommer gilt es, an seiner Freiwurfschwäche zu arbeiten – Seine Spielweise bringt ihn sehr oft an die Charging-Line. Punkte, die er sich nicht entgehen lassen darf.
Ihn gilt es, unbedingt zu halten! Selten bzw. noch nie hatte Vechta ein so gutes deutsches Centertalent. Und wie wir wissen, gibt es gute deutsche Center wie Sand am Meer…
Tendenz: HALTEN

Personalfluktation
Ein Problem, welches die Rastafari die ganze Saison über begleitete, war die hohe Fluktation des Personals. Gestartet wurde die Saison mit Stephen Arigbabu, beendet mit Pat Elzie.
Der ehemalige Co-Trainer stieg zu Saisonbeginn zum Headcoach auf. Seine Verpflichtungen ließen aufhorchen, aber schnell wurde klar: Es gibt zu viele Häuptlinge und nicht genügend Indianer. Die ersten Amerikaner zeigten sich schnell unzufrieden mit ihrer Rolle. In ihrem Ex-Team besaßen sie noch viel Verantwortung, waren der Go-to-guy – In Vechta mussten sie sich hinten anstellen. Das Teamgefüge schien auseinander zu brechen. Zu wenig Autorität, zu wenig Organisation und Ideen während des Spiels. Die logische Konsequenz war die Beurlaubung Ende Januar. Und es übernahm ein alter Bekannter. Die Trainerlegende aus Vechta: Pat Elzie! Der “verlorene Sohn” wurde bei seiner Rückkehr gefeiert wie ein Popstar! Sein Debut ging allerdings gänzlich in die Hose… Mit 64-76 verlor das Team ihr Heimspiel gegen Ehingen. Auch die nächsten beiden Spiele zeigten keine Besserung! Der Befreiungsschlag gelang erst im Heimspiel gegen Hamburg.
Die Bilanz bleibt allerdings ernüchternd. Drei Siege standen acht Niederlagen gegenüber. Zur Gegenüberstellung: Stephen Arigbabu wies eine Bilanz von 9 Siegen und 10 Niederlagen auf…

Es bleibt spannend: Die Entscheidung auf der Trainerposition nach Ostern!

Des Weiteren mussten zwei Spieler den Verein während der laufenden Saison verlassen: Ahmad Smith und Elijah Obade.

Die Fans
Die einzigen, die diese Saison konstant auf hohem Niveau abgeliefert haben, waren die Fans der Rastafari. Die komplette Saison war die Hütte voll, egal, wie das Spiel lief, es wurde immer gefeiert und das Team nach vorne gepusht. Wir sagen dazu: Bundesligareif. Ach was: Euroleague. Mindestens!
Die Fans hätten eine aufoperungsvoll kämpfende Mannschaft verdient gehabt!

Uns bleibt nur noch zu sagen:
Talent wins games, but teamwork wins championschips!

Es wäre schön, wenn im nächsten Jahr wieder ein Team auf dem Platz stehen würde und keine Ansammlung von überragenden Einzelspielern, die nur ihre eigenen Interessen vertreten.

 

 

 

 



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