Über NBBL und NCAA in die BBL

Über NBBL und NCAA in die BBL

Berlin – Es ist eine Geschichte wie aus dem Märchenbuch. Niels Giffey hat bereits mit seinen 23 Jahren einen beeindruckenden Werdegang hinter sich. Geboren ist Niels 1991 in Berlin. Heute, ist er dort von Beruf Shootingguard. Der 23-Jahre junge Hauptstädter hat mit seinem Wechsel zu Alba Berlin den Sprung in den Profisport geschafft. Das erste Mal sportlich erfolgreich sollte er 2006 sein, als er mit der U-16 (unter 16 Jahern) der Marzahner Basket Bären die deutsche Meisterschaft gewann. Der Höhepunkt seiner Karriere sollte das aber weiß Gott nicht bleiben – kommt die 2-Meter große Hoffnung doch von der University of Connecticut (UConn).

Warte mal, sind die nicht 2011 und dieses Jahr NCAA-Champion* geworden? Ja, sind sie… Und Niels auch!

Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft im Juniorenbereich, stand Niels im Aufgebot von TuS Lichterfelde Berlin, der Kooperationspartner von Alba Berlin war. Ziel des Vereins war es damals, den Klassenerhalt in der ProB zu schaffen. Da der Verein aber abstieg, beendete Alba das Kooperationsverhältnis, was für den zweimaligen NCAA-Champ gleichzeitig den Wechsel in die Jugendmannschaften von Alba Berlin bedeutete. Im Alter von 18 Jahren wurde Niels mit dem U-19 Team von Alba zum zweiten Mal deutscher Meister. Mit der zweiten Mannschaft des vielfachen deutschen Meisters gelang ihm ein Jahr später der Aufstieg in die ProB. Und dann ging’s über den großen See, rüber nach Amerika…

Auf Grund seiner sportlichen Erfolge erhielt der heutige Basketballprofi ein Sportstipendium bei der Universität von Connecticut. Es ist ein College, welches für seine Qualitäten im Basketball bekannt ist. Um dort überhaupt Einsatzzeit zu bekommen, muss man, vor allem als Europäer, ganz schön hart ackern. Teamkollege in den ersten zwei Jahren war übrigens kein Geringerer als Jeremy Lamb, der 2012 von den Houston Rockets im Draft gezogen wurde und wenig später zusammen mit Kevin Martin im Tausch gegen James Harden zu Kevin Durant und den Oklahoma City Thunder transferiert wurde.

Zurück zu Niels. In seinem ersten Jahr als Freshman** steht der Deutsche bereits 9.9 Minuten pro Spiel auf dem Parkett (zehn Mal Starting-Five) und erzielte in 41 Partien 2.2 Punkte im Schnitt. Seine Saisonbestleistung erzielte der deutsche Hoffnungsträger im Turnierfinale der “Maui Invitational”***. Im Spiel gegen die Universität von Kentucky, ebenso Titelanwärter auf die NCAA-Meisterschaft, konnte er 14 Punkte, darunter zwei Dreier, auf seinem Konto verbuchen und hatte damit großen Anteil am Finalsieg. In einem anderem, viel wichtigerem Endspiel, steuerte er vier Punkte und sechs Rebounds bei. Die Rede ist vom NCAA-Turnierfinale, welches der Deutsche in seinem ersten Jahr gewann und sich damit direkt in die Memoiren seiner Universität spielte.

Im Folgejahr als Sophomore** erhielt Niels 1.8 Minuten mehr Einsatzzeit und konnte, wenn auch nur leicht, seinen Punkte-Durchschnitt auf 2.6 erhöhen. Mit 1.5 Rebounds pro Spiel, ist es ihm gelungen, seinen Wert aus dem Vorjahr zu halten. Allerdings konnten die Huskies nicht den Titel verteidigen – im NCAA-Turnier schieden sie bereits in der zweiten Runde aus.

Ein Jahr später, nun als Junior** für die Huskies auflaufend, stand “Bulls-Eye Giffey” (Spitzname in den USA) dann deutlich länger auf dem Spielfeld. In 28 Spielen wirkte er 587 Minuten (ø 21.0/Spiel) mit. Das sind rund 230 Minuten mehr als in seiner Zeit als Sophomore – und das, obwohl er sich im Spiel gegen Cincinnati den Zeigefinger brach und die letzten beiden Saisonspiele passen musste. Seine durchschnittlich erzielten Punkte konnte er zwar nur fast verdoppeln (4.8), da Coach Kevin Ollie aber bereits drei Scorer in seinen Reihen hatte, darunter Rookie-Pointguard der Miami Heat, Shabazz Napier, übernahm Niels die Rolle des klassischen Shooters. Priorität hatte der Dreipunktwurf und die Defense. Im Amerikanischem sagt man dazu “Three and D”. Bei 108 Korbversuchen gelang es ihm 45 davon im Korb unter zu bringen. Im Vergleich zu Niels: Shabazz Napier hatte am Ende der Saison 331 Wurfversuche in seiner Bilanz stehen. Mehr als drei mal so viele wie Niels.

Sein letztes Jahr an der Universität von Connecticut, welches mit dem Sieg im Finalspiel der NCAA-Meisterschaft endete, schaffte es der Berliner Jung’ als zweiter deutscher Spieler zweifacher NCAA-Champ zu werden. In seiner Finalsaison legte er mit 8.4 Punkten und 3.8 Rebounds nicht nur seine beste Saisonleistung hin. Er führte sein Team auch in der getroffenen Dreierstatistik (48.3 %) an. Der Trainer dankte es ihm – 16 Mal durfte Niels von Beginn an ran. Im Final Four, die wichtigste Phase des NCAA-Turniers, konnte der deutsche Nachwuchs sogar 10.5 Punkte pro Spiel auflegen.

Jetzt spielt der Shootingguard für Alba Berlin und nicht mehr für die UConn Huskies. Man soll ja schließlich aufhören, wenn es am schönsten ist…

* – Die NCAA ist die amerikanische Meisterschaft, welche unter den Universitäten ausgespielt wird.

** – Freshman, Sophomore, Junior und Senior sind im College Bezeichnungen dafür, in welchem Jahr sich der Spieler im Team befindet. Freshman = erstes Jahr… Senior = 4. Jahr

*** – Das Maui Invitational ist ein renommiertes Basketballurnier für Universitäten aus Amerika

 


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