Auftakt nach Maß! Vechta gewinnt gegen Leverkusen

Auftakt nach Maß! Vechta gewinnt gegen Leverkusen

Vechta –  Besser hätte der Stadionsprecher das Spiel nicht einläuten können. “Ik glöw dat wi gewinn”, sprach er mehrmals laut ins Mikrofon und animierte die Zuschauer zum wiederholen an. Es war das erste Pflichtspiel der neuen Saison. Die Zuschauer waren nervös und aßen zur Beruhigung lieber noch eine zweite Bratwurst. Es lag dieses gewisse Etwas in der Luft. Spannung, Vorfreude, Skepsis – alles traf vor den Toren des Rasta Domes aufeinander. Hektisch suchten die Besucher ihre Plätze und wühlten sich durch die Menge. Dann war es endlich soweit. 20 Uhr – Gametime!

Der Sprungball landete bei den Giants, die ersten Punkte aber erzielte Blanchard Obiango, der Forward der Rastas. Aus der Ecke der rechten Seite netzte er von der Dreierlinie ein. Einstand nach Maß! Neben ihm fanden auch seine Teamkameraden gut ins Spiel. Nach den ersten getroffenen Würfen und einem Korbleger von Chase Griffin plus Bonusfreiwurf, führte Rasta mit 10:6, ehe die Rheinländer einen 8:0-Lauf starteten und mit 14:10 in Führung gingen. Zwar zeigte das Team um Head-Coach Stephen Arigbabu in der Offensive ihre Motivation, in der Defensive agierten sie aber zu zaghaft. Die “Riesen vom Rhein” spielten den Ball auf ihre Flügelspieler, die den Ball weiter auf die Big-Men weiterleiteten. Kam der Ball in den Händen der großen Spieler an, konnten sie das Spielgerät fast ungehindert im Korb unterbringen. Vor allem Donald Lawson (Rasta) wirkte irritiert und übernahm den Gegenspieler seines Mitspielers entweder zu spät, oder aber, er ließ seinen eigenen Gegenspieler frei unter dem Korb stehen. Plötzlich wurde es still in der Halle. Der gesamte Dome blickte hinter die Spielerbank der Leverkusener. Ahmad Smith war nach sechs Minuten über die Bande in die Zuschauer geflogen. Nach einiger Zeit des Schreckens hievte sich der Pointguard auf den Schultern der Sanitäter aus der Halle. Kevin Smit, Neuzugang der EWE Baskets Oldenburg, übernahm die Rolle des Spielmachers. Doch seine Teamkameraden wirkten geschockt. Vechta verlor das erste Viertel mit 17:21.

Zwei Minuten im zweiten Viertel waren gespielt als die Fans das Comeback ihres Pointguards mit Standing-Ovations feierten. Ahmad Smith kam bei einem Spielstand von 21:26 zurück in die Partie. Mit seiner Präsenz agierte das Team nicht nur sicherer, die Münsterländer wussten nun auch in der Offensive wieder ruhiger und geduldiger zu spielen. Amir Carraways Dreier brachte Rasta auf zwei Punkte ran. Doch auf der Gegenseite fand sich Willy Manigat, der mit 26 Punkten Topscorer wurde. Der kanadische Pointguard konnte zwei Dreier in Folge versenken und den Vorsprung seiner Giants auf vier Punkte ausbauen (28:32). Nach einer Auszeit von Rasta-Coach Arigbabu agierte Vechta in der Defense konzentrierter. Sie stellten die Passwege zu, verteidigten eng am Mann und konnten ihren Gegner bis zum Ertönen der Shot-Clock vom eigenen Korb fernhalten. Smiths No-Look-Pass auf Kevin Smit beendete einen eigenen 8:0-Lauf. Der Ex-Oldenburger konnte den Korbleger verwandeln, womit Rasta als Führender in die Halbzeit ging (35:33).

Rasta Team Shot Chart-01

Shot-Chart by nordhoops

Nach einigen guten Aktionen im dritten Viertel auf beiden Seiten konnte sich Ahmad Smith auf der rechten Seite durchsetzen und zog zum Korb. Er sah Kevin Smit am linken Flügel ungedeckt stehen und spielte ihm den Ball zu. Der Shootingguard konnte seinen Dreipunktwurf versenken und den Spielstand erneut ausgleichen (42:42). Vechta übernahm nun mehr und mehr das Ruder, während Leverkusen nur noch zu wenig guten Würfen kam. Auch ein eindrucksvoller Spin-Move von Willy Manigat, den er mit einem Lay-Up abschloss, konnte die Defensive der Vechtaeraner nicht auf Dauer beschäftigen. Nach sechs Punkten von Vincent Bailey und vier von Chase Griffin, konnte Vechta mit einer Führung von 52:47 ins letzte Viertel gehen.

Mit den eigenen Fans im Rücken drehten die Rastas im letzten Speilabschnitt noch einmal auf. Durch einen Turnover kam Leverkusen zwar zu einfachen Punkten, doch Carraway wusste mit einem Dreier zu antworten (57:51) und konnte die bis dato höchste Führung herbeiführen. Als dann auch noch Marc Sonnen, Leistungsträger der Leverkusener, durch sein fünftes Foul sechs Minuten vor Schluss ausschied, schien das Spiel bereits entschieden. Allerdings nicht des Scores wegen, sondern wegen der Körpersprache der Rheinländer. Hängende Schultern bei den Spielern und ratloses Kopfschütteln des Trainers waren erste Anzeichen dafür, dass sich die Gäste bereits mit der Niederlage arrangierten. Ein Dreier von Willy Manigat, mitten ins Gesicht von Obiango, konnte den Rückstand zwar zwischenzeitlich auf 61:54 verkürzen, doch an der Niederlage konnte auch er nichts mehr drehen. Am Ende standen 71 Punkte auf dem Konto von Vechta – 63 auf dem der Leverkusener.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten fingen sich die Rastas Mitte des zweiten Viertels. Mit konzentrierter Defensivarbeit und geduldigem Offensivspiel konnten sie den Leverkusenern schließlich den Zahn ziehen und wussten am Ende ihren Vorsprung zu verteidigen. Ahmad Smith machte mit acht Punkten, zwölf Rebounds und sechs Assists ein sehr gutes Spiel. Leichte Abzüge gibt es allerdings, da er auch vier Turnover verschuldete. Beste Scorer auf Seiten Vechtas waren Chase Griffin und Vincent Bailey mit jeweils 13 Punkten. Nächste Woche Freitag reisen die Rastas nach Gotha, ehe sie am Sonntag um 17 Uhr das zweite Heimspiel gegen Heidelberg antreten.


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