Der Wolf im Play-offspelz

Der Wolf im Play-offspelz

Quakenbrück (le) - Die besagte Redewendung wird hauptsächlich dann verwendet, wenn jemand schadenbringende Absichten durch sein  harmloses Auftreten zu tarnen versucht. Der Verein mit den schadenbringenden Absichten könnte für die Artland Dragons der Mitteldeutsche Basketballclub sein.
Am Freitag, den 10. April, steht das nächste Spiel für die Artland Dragons in Weißenfels an. Gegner ist der bereits genannte Tabellenzwölfte.

Trainiert werden die Ostdeutschen vom “Trainer des Jahres 2014″, Silvano Poropat. Der Kroate und die Verantwortlichen des Vereins entschlossen sich unter der Woche dazu, die US-Amerikaner Mark Dorris und Darryl Webb freizustellen. Als Grund wurde eine unterschiedliche Auffassung der Spielphilosophie genannt. Zudem rücken durch den Schritt die deutschen Talente in den Vordergrund, die nun in den verbleibenen fünf Spielen zeigen können, was sie auszeichnet.

Die Starting Five des MBC’s bilden Hördur Vilhjalmsson, Frantz Massenat, Patrick Richard, Christian Standhardinger und Djordje Pantelic.
Der Isländer Hördur Vilhjalmsson spielt eine unscheinbare Saison beim Tabellenzwölften. In 28 Partien zählte der Point-Guard 27x zum Startpersonal und legte dabei 9,4 Punkte sowie 2,4 Assists in 25 Minuten auf. Auf welchen Gegenspieler er bei den Dragons treffen wird, ist weiter fraglich. Im Hinspiel, in welchem sich der MBC souverän durchsetzen konnte (86-71), zählte David Holston noch zum Personal der Burgmannsstädter. Eine hartnäckige Verletzung an der Leiste setzt ihn aber nun schon seit Wochen außer Gefecht. Die letzten Spiele zeigten, dass der Zauberzwerg an allen Ecken und Enden vermisst wird. Sein Ersatz, Terrell Everett, konnte die ersten Spiele zwar überzeugen, aber leider mangelt es ihm an einem konstant guten Wurf von außen.

Wie McCoy reagieren wird, wenn Holston wieder fit zur Verfügung steht, bleibt abzuwarten. Ihm stehen alle taktischen Möglichkeiten offen…Hoffen wir, dass er sie zu nutzen weiß!

Eigentlich sollte er den Back-up von Hördur Vilhjalmsson geben, doch der Ex-Drache (Nicht Artland, sondern Drexel) kämpfte sich nach verpatztem Saisonstart in die Herzen der Fans.. und auf die Zettel der gegnerischen Trainer. Sein Durchbruch gelang ihm im Spiel gegen Hagen, in dem er sein Team nach einem 20-Punkte Rückstand zurückbrachte und abschließend zum Sieg führte (18 Punkte, 10 Assists, 2 Steals). Mittlerweile betragen die Werte des Linkshänders 8,7 Punkte, 3,8 Assists (Bester Vorlagengeber des Teams) und 0,7 Steals pro Spiel. Der 23-jährige trifft auf den erfahreneren Drachen Antonio Graves, der mit seinem Dreier in Frankfurt die Play-offchancen seines Teams schlagartig erhöhte. Die aufkeimende Euphorie wurde durch die beiden zurückliegenden Niederlagen etwas gedämpft, allerdings haben die McCoy Schützlinge weiterhin alles in der eigenen Hand.
Wollt ihr wissen, was die beiden US-Amerikaner gemeinsam haben? Die Liebe zum Buzzerbeater in Frankfurt!

Auf der Smallforwardpostion ist der All-Star Patrick Richard gelistet. In 31 Minuten Spielzeit kredenzt der Us-Amerikaner 13,4 Punkte (Topscorer) und 3,7 Rebounds. Ihm gegenüber steht Brandon Thomas, der von der einen auf die andere Sekunde vom Großbrand zur Antarktis mutieren kann. Trägt der US-Amerikaner das Team im ersten Durchgang quasi im Alleingang, geht er im zweiten Abschnitt auf Tauchstation – Seine Tagesform wird viel mit dem Ausgang des Spiel zusammenhängen.

Auf der Powerforwardposition begegnen sich der Deutsche Christian Standhardinger und Lawrence Hill.
Der 25-jährige Deutsche gönnte sich während der Saison eine kleine Verschnaufspause, um zum Saisonendspurt wieder voll dazu sein. Für Co-Trainer Martin Schiller ist Standhardinger der “X-Faktor” der Partie. Seine Stärken liegen im “Zug zum Korb”, seinem Reboundverhalten, gerade offensiv und seiner “unkonventionellen Spielweise”, die eher nach griechisch-römisch aussieht als nach Ästhetik.
Ihm gegenüber steht die Mensch gewordene Gelassenheit. Die Art und Weise mit der Lawrence Hill ein Spiel bestreitet, bringt neutrale Zuschauer (manchmal auch die eigenen) zur Verzweiflung.
Fragen wie: “Hält der gerade seinen Mittagsschlaf?” “Was haben die dem denn ins Getränk getan?” sind keine Seltenheit. Aber der Erfolg gibt dem 2,03m Mann Recht. Mit einer überragenden Dreierqoute muss er von jedem Gegner von Downtown akzeptiert werden. Dadurch schafft der US-Amerikaner Platz für die Guards und Anthony King, die so leichter zum Korb ziehen können. Mit 10,3 Punkten und 5,4 Rebounds zählt Hill zu den wichtigen Stützen des Teams.

Auf der Centerposition geben sich die “Alte Schule” und der “moderne Center” die Klinke in die Hand. Der Serbe auf Seiten des MBC besitzt die Beweglichkeit eines Betonklotzes und die Sprungkraft eines LKW’s. Allerdings wissen wir auch, dass eine Schlagzeile am Samstag lauten könnte: Pantelic, ein Mann, wie eine Mikrowelle. Von außen kantig bis unscheinbar. Aber wenn man den richtigen Knopf drückt, ist die Sache in wenigen Sekunden durch.
Mit 8,7 Punkten und 6,8 Rebounds ist er der effektivste Spieler der Ostdeutschen. Allein diese Tatsache sollte den Stellenwert für sein Team verdeutlichen. Nebenbei gehört er noch zu den besten Shotblockern der Liga.. und das mit seiner Sprungkraft. Aber wer es im Kopf hat, brauch es nicht in den Beinen zu haben.
Sein Kontrahent ist am Freitagabend Anthony King. Betrachtet man seine Bewegungen im Gegensatz zum Serben, dürfte die Annahme nahe liegen, dass der US-Amerikaner in seiner Kindheit viel Zeit im Ballettunterricht verbracht hat. Nach seiner Verletzung kämpft sich der Center – langsam aber sicher – wieder an seine alte Form heran. Mit 10,3 Punkten und 5,1 Rebounds plus seinem vorbildlichen Einsatz ist er der wichtigste Mann bei den Dragons. Mit ihm auf dem Feld ist die Teamdefence der Drachen um ein Vielfaches stärker als ohne ihn.
Um die Chance auf die Play-offs zu wahren, ist ein Auswärtssieg Pflicht. Für Weißenfels geht es um die goldene Annanas.

Aber wer hätte die nicht auch gerne im Trophäenschrank stehen?

 

 

 

 

 



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