Dragonsexpress nimmt falsche Ausfahrt

Dragonsexpress nimmt falsche Ausfahrt

Weißenfels (le) – Es gibt so Tage, an denen gelingt beim Gegner (fast) alles. Am Freitag bekamen dies die Artland Dragons schmerzlich zu spüren. Im Spiel gegen den Mitteldeutschen BC mussten die Mannen von Tyron McCoy einen herben Rückschlag hinnehmen.

Die Artland Dragons kamen zu Beginn nicht aus den Startlöchern. Sie wirkten wie ein Teenager bei seinem ersten Date – Anwesend, aber völlig ohne Wirkung. Nach vier Minuten stand es 6-2, ehe Andi Seiferth den vierten seiner insgesamt sechs Punkte erzielte.

Angetrieben vom Publikum zogen die Wölfe langsam, aber sicher davon. Entscheidend in dieser Phase war ihr Dreipunktewurf: Auf die Saison gesehen, stellt der Mitteldeutsche Basketballclub das schlechteste Dreierteam. Ihre Versuche von Downtown ähnelten eher der Flugkurve einer betrunkenen Tsetsefliege. Am Ende landeten ihre Dreipunktewürfe alle in der Nähe von Hagen, wo Tyron McCoy freistand und sie reinhaute.

Aber nicht am Freitag. Nicht gegen die Dragons. Hervorzuheben ist in diesem Kontext Frantz Massenat, der die Dinger selbst mit Foul im Korb unterbrachte. Beeindruckende 6/8 Dreiern gelangen dem Point-Guard – Aber auch andere stachen aus dem Kollektiv hervor. Zum Beispiel Christian Standhardinger: Über die Saison gesehen mit 7% von der Dreierlinie und für die ein oder andere kaputte Korbanlage zuständig, schweißte der Power Forward im Spiel gegen die Burgmannstädter 100% (2/2) von der 6,75m Linie ein.
Mit der Einwechslung von Ex-MBC’ler Guido Grünheid (4 Punkte/ 1 Off-Rebound) erwachte der schlafende Drache noch einmal kurz vor Ende des ersten Viertels . Mit einem 24-18 ging es in die Viertelpause.

Das zweite Viertel begann ausgeglichen. Ein Auf und Ab, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Ballverlust Clay, Korbleger Mc Cray, Ballverlust Hill, erfolgreicher Korbleger Massenat. Am Ende des ereignislosen zweiten Viertels stand ein 15-17 zugunsten der Dragons.
39-35, Halbzeit!

Im dritten Viertel war Zug im Spiel der Quakenbrücker. Ein ganzer ICE voller Entschlossenheit rollte in Richtung Play-off’s, so schien es. Doreth, Graves und Co. doppelpassten sich durch die komplette Abwehr des MBC’s. Vorallem Mc Cray sorgt in diese Phase dafür, dass der ICE keinen Halt machte – Mit Vollgas und ohne Zwischenstopp zum Ziel! Nur schade, dass einige Dragonsspieler gelegentlich das Gleis wechselten und durch unnötige Turnover den Zug ins Stocken brachten.
Auf der Gegenseite ließ sich Schaffner Massenat nicht beirren und führte die Lok zurück Richtung Ziel: Heimsieg.
Es blieb spannend.

Mit einem für Dragonsfans ungewohnten Ausgang des dritten Viertels (16-21) ging es in den Schlussabschnitt (55-56).

Und das vierte Viertel sollte gut beginnen! Chad Toppert verteidigte sein Ruf als Dreierspezialist und jagte den Spalding von Downtown durch die Reuse. 57-63! Auszeit MBC.
In den kommenden sechzig Sekunden fand Coach Poropat anscheinend die richtigen Worte. Mit zwei Dreiern in Folge glichen sie wieder aus – 63-63. Einzig Anthony King hielt in dieser Phase dem Ansturm des MBC’s stand.

Mit starken Verteidigungsaktionen hielt er seine Mannschaft am Leben. Die Dragonsoffence erinnerte in dieser Phase eher an einen Til Schweiger Film als an ein Basketballspiel: Sinnloses und wahlloses Umhergeballere, leider ohne Erfolg. Allerdings tat sich auch der MBC schwer, die Chancen, die sich boten zu nutzen. So stand das Spiel bis kurz vor Schluss auf des Messers Schneide (67-65).

Apropos Chancen: Die Dragons ließen in der Crunchtime sage und schreibe 2/7 Freiwürfen liegen.

In der Moneytime schlug die Stunde von Frantz Massenat. Beim Stand von 71-70 stieg der US-Amerikaner zum Dreier hoch, drückte ab und ließ sich dabei noch von Antonio Graves foulen. SWISH. And-one!
Kalt wie eine Hundeschnauze verwandelte der Rookie den fälligen Freiwurf – 75-70! Die Vorentscheidung.
Im darauffolgenden Angriff leisteten sich die Dragons einen Turnover, sodass der Sieg in weite Ferne rückte. Am Ende des Tages stand ein 83-75 auf der Anzeigetafel.

Ein insgesamt verdienter Sieg des Mitteldeutschen Basketballclubs, die sich somit ihre kleine Chance auf die Play-off’s wahren. Der Schlüssel zum Erfolg war sicherlich ihre überragende Dreierquote (48%), gerade in der ersten Hälfte.
Die Dragons treten am nächsten Samstag (20:30) gegen einen direkten Konkurrenten an. Zu Gast ist der Aufsteiger aus Göttingen. Der MBC empfängt am 19.4 den frischgebackenen Pokalsieger aus Oldenburg.

 



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