Geht den Mavericks die Luft aus?

Geht den Mavericks die Luft aus?

Dallas/San Antonio/Indiana (le) – Es scheint so, als würde den Dallas Mavericks im Rennen um die Play-offs die Luft ausgehen.  Mit zuletzt vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen straucheln die Mavs dem Saisonende entgegen. Am vergangenen Samstag gingen die Texaner in San Antionio mit 76-94 unter. Zwei Tage später folge eine schmerzliche und vermeidbare Niederlage bei den Indiana Pacers.

San Antonio Spurs vs. Dallas Mavericks

Der amtierende NBA-Champions schlägt zurück. Und wie!
Die vorangegangene Niederlage der Spurs in Dallas hatte keine Auswirkungen auf die Starting 5 der Gastgeber. Mit Tony Parker, Danny Green, Kawhi Leonard, Tim Duncan und Tiago Splitter standen die Männer auf dem Parkett, die zuvor gegen die Mannschaft von Rick Carlisle ein schwaches Spiel bot. Und gleich zu Beginn wurde deutlich: Die Spurs brannten auf Wiedergutmachung.
Der Start ließ aufhorchen! Mit einem Dreier vom Würzburger von gaaaanz weit draußen und einem krachenden Dunk von Chandler Parsons starteten die Mavs ins Spiel. Doch das lodernde Strohfeuer wurde schnell von den Feuerwehrmännern, um Tiago Splitter & Co. erloschen. Mit einem zehn Punkte Rückstand ging es in die Viertelpause (28-18).

Das zweite Viertel konnte nur besser werden. Denkste… Mit einer schläfrigen Defence luden die Mavs ihren Gegner zum munteren Scheibenschießen ein – und San Antonio nahm in Person von Green und Diaw dankend an. 41.23! Beschämt von der eigenen Vorstellung zeigte Dallas nun Courage. Vorne der Layup von Nowitzki, hinten das clever gezogene Foul von Rondo. Grund genug für Coach Popovic, mal so richtig aus der Haut zu fahren. Konsequenz: Technisches Foul gegen den US-Amerikaner. Besorgte Bürger riefen vorsichthalber schonmal den Krankenwagen – der knallrote Kopf konnte nichts Gutes bedeuten.
Mit einem 54-41 ging es in die Halbzeitpause. Ein versöhnliches Ergebnis für die Mavs, nach dem bisherigen Spielverlauf.

Mit viel Kampf schlagen die Mavericks im dritten Viertel zurück. Rondo vollendet einen schönen Pass von Nowitzki.. mit Foul! And-One. Allerdings wäre San Antonio nicht der amtierende Champion, wenn sie keine Antwort parat hätten. Tony Parker übernahm jetzt Verantwortung und verwandelte zwei Jumper mit seiner ganzen Routine –  wieder neun Punkte hinten.
Zwischenzeitlich erinnerte das Spiel im dritten Viertel an eine Verfolgungsjagd. Eine wilde, kopflose Aktion folgte der Nächsten. Das Gefühl stieg auf, dass der erste, der trifft, bestraft wird. Eine Fahrkarte nach der anderen ließen die Zuschauer schier verzweifeln.
Wer vorne seine Chancen nicht nutzt, wird hinten bestraft. Mit einem Dreier von Green und Diaw schraubten die Spurs ihre Führung zum Viertelende noch einmal hoch. 72-61!

Fünf Minuten später ist das Spiel entschieden. Mit was hatten sich die Spieler der Dallas Mavericks in der Viertelpause ihre Finger eingeschmiert? Handcreme? Öl? In gefühlt jedem Angriff verloren sie den Ball. Zu allem Überfluss befand sich der Franzose Boris Diaw weiterhin in bestechender Spiellaune, sodass es mit einem 80-63 in die Garbage-Time ging, in der sich weniger erwähnenswerte Szenen abspielten.
Am Ende stand eine 94-76 Auswärtsniederlage bei den San Antonio Spurs auf dem Scoreboard.

Vor allem der angesprochene Boris Diaw (19 Punkte), war von den Mavericks nie in den Griff zu bekommen. In einem überragenden Spiel glänzte er durch Effektivität (8/11 FG) und Spielübersicht. Oftmals spielte er den entscheidenen Assist zum Assist.

Auf Seiten der Mavericks konnte keiner wirklich überzeugen. Besonders  Parsons, Rondo und Villanueva blieben hinter ihren Erwartungen zurück. Ihre Trefferquote (6/26) spiegelte die Abgezocktheit des HSV vor dem gegnerischen Gehäuse wider. Enttäuschend auch die Vorstellung des langen Deutschen. Die Defence des Champions ließ ihn nicht ins Spiel kommen, sodass er am Ende des Tages auf 7 Punkte und 5 Rebounds kam.

Zwei Tage später hatte er und sein Team aber schon wieder die Möglichkeit, das schwache Spiel vergessen zu lassen. Gegner waren die Indiana Pacers, die in der Eastern Confernce um die Play-offs bangen (10. Platz).

 

Indiana Pacers vs. Dallas Mavericks

Die erste Hiobsbotschaft erwartete die Mavs-Fans schon gleich zu Beginn der Partie. Der Topscorer der Texaner, Monta Ellis, war heute nicht dabei. Die Chance für Rajon Rondo, sich in Abwesenheit seines Backcourtpartners zu beweisen. Und er nutzte sie! Mit einem Double-Double (17 Punkte/10 Assists) spielte sich der wendige Aufbauspieler seinen Frust von der Seele. Warum nicht immer so, Mister Rondo?

Was für ein Start ins erste Viertel! Die Würfe fielen wie sie wollten – auf beiden Seiten. Vor allem CJ Miles hatte vor dem Spiel wohl einen ganzen Teich voller Zielwasser ausgetrunken. Mit 4/4 Dreiern ballerte der Guard die Pacers zur Viertelführung. Besonders kurios: Im ersten Viertel fand jeder Dreipunkteversuch (9/9) sein Ziel. NBA: Where amazing happens!
Nach 12 Minuten stand es 33-27 für die Gastgeber.

Und das zweite Viertel ging für die Mavs dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Mit einer Trefferquote von 14/19 FG trafen die Mavericks fast alles. Selbst Rajon Rondo, der sonst von außerhalb der Zone so gefährlich ist, wie ein Sack Reis, traf mit ungewohnter Sicherheit. Generell war vieles anders an diesem Tag. Durch den Ausfall der beiden Guards (Ellis & Barea) erhielt Raymond Felton wichtige Minuten. Und er nutzte sie! Mit 9 Punkten in 14 Minuten war er ein wichtiger Bestandteil des Teams.
Mit einem 61-55  ging es für die Mavs in die Halbzeitpause! Für Genießer des Offensivbasketballs ein Leckerbissen bis dato.

Im dritten Viertel hatten sich dann alle wieder ein wenig beruhigt. Die Trefferquote senkte sich wieder auf normale, menschliche Werte. Grunf dafür war auch die Defence, die auf beiden Seiten angezogen wurde, sodass es nach 36 Minuten 79-78 für die Mavs stand. Eigentlich ein Grund, den Laptop auszuschalten und schlafen zu gehen: Die letzten 33 Spiele, in denen die Mavericks nach dem dritten Viertel führten, wurden gewonnen!

Aber wie sagt man so schön: Alles hat ein Ende.
CJ Miles, der nach dem ersten Viertel etwas untertauchte, erweckte aus seinem Mittagsschlaf und übernahm wieder Verantwortung in der Offensive. Zusammen mit George Hill, der in einer wichtigen Phase acht Punkte in Folge erzielte, führten sie ihr Team in Front. Aber die Mavericks kämpften, ließen sich nicht abschütteln. Vor allem Chandler Parsons zog immer wieder erfolgreich zum Korb und konnte so den Abstand minimieren. Aber wieder war es CJ Miles, der den Dreier, nach schönem Zusammenspiel, verwandelte. 5 Punkte vor für die Pacers. Der Deckel war drauf. Oder doch nicht? Aber da hatten die Pacers ihre Rechnung ohne den Wirt Parsons gemacht! Mit einem schönen Halbdistanzwurf hielt er die Mavs am Leben. Nur noch drei… Im Angriff darauf verballerte Watson einen freien Dreier, die Chance für die Mavs auszugleichen. Aber in der nächsten Verteidigungssequenz wurde CJ Miles endgültig zum umjubelten Held des Spiels. Mit einer schönen Defence ließ er Parsons auflaufen.. Offensivfoul! Drei Punkte vor bei Ballbesitz Indiana – aber im Baskteball ist nichts unmöglich. Fragen Sie mal bei den Frankfurtern und den Dragons nach.
Im nächsten Angriff setzte CJ Miles einen freien Dreier auf den Ring. Acht Sekunden noch zu spielen. Auszeit! Chandler Parsons findet beim Einwurf Charlie Villanueva in der Ecke, der den Ball auf Chandler Parsons zurückgibt. Ohne lange zu zögern, zieht er von behind the arc ab und… daneben. Das wars!
Mit 104-99 geht das Duell an die Indiana Pacers.

Die Mavs, bei denen nur Tyson Chandler einen schlechten Tag in der Offensive erwischte, müssen langsam wieder in die Spur finden. Die Play-offs stehen vor der Tür. In der momentanen Form müssen sie aufpassen, nicht komplett unter die Räder zu kommen. Aber dort gelten  glücklicherweise andere Gesetze und bis dahin sollte der Topscorer wieder mit an Bord sein.

Mit seiner starken Performance (19 Punkte) näherte sich Nowitzki seinem nächsten Meilenstein, den er im nächsten Spiel, am 02.04 gegen OKC, erreichen kann/wird. Ihm fehlen lediglich 14 Punkte um die 28.000 Schallmauer zu durchbrechen. Wahnsinn!



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