Gnadenlose Drachen machen der Liga Angst

Gnadenlose Drachen machen der Liga Angst

Trier – Gestern Abend spielten die Dragons in Trier. Es war ihr drittes Spiel (zweites Auswärtsspiel hintereinander) innerhalb sieben Tagen in denen sie überzeugten, tonangebend agierten und das Spiel trotz noch vorhandener kleiner Probleme gewannen. Gegen Trier verlief das Spiel ähnlich wie das gegen Göttingen. Wie der Liganeuling, wusste auch die TBB Trier auf gute Aktionen der Quakenbrücker zu antworten. Gegen Quakenbrück scheinen Antworten momentan allerdings nicht zu reichen – auf einen Geniestreich der Gegner schaffen es die Dragons mit einer noch besseren Aktion zu kontern. Im Gegensatz zum Spiel in Göttingen führten die Dragons nach dem ersten Viertel. 23 zugelassene Punkte sind in zehn Minuten jedoch zu viel. Auf dem Konto der Dragons fanden sich 25 Zähler.

TBB TrierDurch einen Floater von Antonio Graves, der das Spiel gegen Göttingen auf Grund einer Sprunggelenksverletzung pausierte, einen Dunk von Anthony King (#6) und einen getroffen Dreier von Lawrence Hill führte der Tabellenerste mit sieben zu vier. Die Antwort der Trierer? Ein Lay-Up plus Foul. Stefan Schmidt tankte sich gegen Antony King zum Korb durch und wurde von der #6 während der Wurfbewegung gefoult. Der Ball ging rein. Sein Freiwurf auch – Gleichstand. Es waren Situationen wie diese, die das Angriffsspiel des Tabellen-13. aus dem Vorjahr prägten. Entweder haben sie die Verteidigung der Dragons clever ausgespielt, schwierige Würfe getroffen oder das orangene Leder mit etwas Glück im Korb untergebracht. Dass Quakenbrück anfangs mit Problemen kämpfte, zeigte nicht nur das zweite Foul von David Holston. Auch die Mannschaftsfoulgrenze wurde nach siebeneinhalb Minuten erreicht. Zwei Fouls eines Pointguards im ersten Viertel bereiten einem Trainer für gewöhnlich immer Kummer. Allerdings nicht, wenn Bastian Doreth für ihn das Spiel betritt. Basti wusste das Spiel nicht nur in den richtigen Momenten zu beruhigen und geduldig einen Spielzug einzuleiten. Er stach zusätzlich erneut als herausragender Verteidiger hervor. Gegen seinen Ex-Club machte er als Ballführer und Verteidiger eine super Partie. Nach drei verworfen Dreiern traf Graves erstmalig von hinter der Dreierlinie zur 17:12-Führung. Auf einen weiteren Dreier von Chad Topper (zum 17:20) antwortete Trier in Person von Ricky Harris. Auch er konnte nicht mit einem Foul gestoppt werden und glich den Spielstand durch den verwandelten Bonusfreiwurf wieder aus. Später traf Doreth einen Dreier. Trier? Richtig. Auch. Wieder Gleichstand. Mit einem 25:23 retteten sich die Drachen in die erste Viertelpause.

Der oft gesuchte Chad Topper brachte zu Beginn der zweiten zehn Minuten zwei Dreier im Korb unter und war somit zwischenzeitlich Top-Scorer (27:35). Die Antwort des Underdogs? Natürlich ebenfalls ein Dreier. Auch der an der Seite von Bastian Doreth spielende David McCray konnte, wie auch schon in den ersten beiden Partien, mit guten Aktionen glänzen. Eine davon war der Ausbau des Spielstandes auf 37:30 durch einen Jumper aus der Halbdistanz mit Ertönen der Shot-Clock. Im vierten Viertel zog er zwei Mal zum Korb und konnte zwei Mitspieler exzellent in Szene setzen (12 Minuten, 4 Punkte – 2/3 + 2 Assists). Ricky Harris, Trierer Pointguard, brachte sein Team zwischenzeitlich mit einem starken Run von Coast-to-Coast mit anschließendem Lay-Up auf fünf Punkte ran (34:39). Nach einem Block von King, der in den ersten drei Partien bereits sieben Würfe blockte, trat Guido Grünheid an die Freiwurflinie. Bei einem Offensiv-Rebound wurde er sechs Sekunden vor Schluss gefoult. Allerdings vergab er beide Versuche, womit sie nur mit acht, anstatt mit zehn Punkten Vorsprung in die Halbzezit gingen. Denkste. Dennis Horner hatte bei 4.8 Sekunden Jermaine Bucknor gefoukt. Auch er musste an die Linie. Artland hatte bereits zuvor das 5. Mannschaftsfoul verbucht. Unnötig! Der Small Forward traf aber nur einen seiner zwei Würfe (37:44).

Auch im dritten Viertel ereignete sich ein Schlagabtausch. Andreas Seiferth wirkte in einigen Defensiv-Aktionen unkonzentriert oder übermotiviert (fünf Turnover). Er zeigte sich zwar bemüht, ein Cut an der Augenbraue und Striemen an der Schulter bewiesen das, doch war er des öfteren einen Schritt zu spät. Dafür traf er gute 67 % seinte Würfe und half dem Team mit zwölf Punkten. Guido Grünheid, der zehn Minuten länger als im vorherigen Spiel auf dem Parkett stand, punktete erst mit einem getroffen Dreier (mit Brett) und wenig später wurde er bei einem erfolgreichem Lay-Up gefoult – AND ONE! Dieser fiel und Quakenbrück führte mit 56:49. Ein Steal von David McCray, der den Fast-Break alleine lief, baute die Führung kurz vor Ende des Viertels auf zehn Punkte aus. Kurz vor Schluss trafen Dennis Horner von der Freiwurflinie (2/2) und Chad Topper – wieder von der Dreierlinie (2/6 Dreier). Nach 30 Minuten führte Quakenbrück mit elf. Wieder ein Mal stellte Tyorn McCoy im Verlaufe des Spiels perfekt auf den Gegner ein und wusste diesen zu kontrollieren.

Wie zuvor in den Spielen, stellten sie auch gestern ihre verwalterischen Fähigkeiten im vierten Viertel unter Beweis und ließen dem Gegner keine Chancen mehr das Spiel ein weiteres Mal offen zu gestalten. Am Ende wurde Antonio Graves mit 17 punkten Top-Scorer (5/9). Anthony King, der als einziger Big-Man in der Offensive Fuß fassen konnte, steuerte dreizehn Punkte bei. Chad Topper traf vier von sechs Dreiern und kam auf 14 Punkte. Zusammen sind das 44 Punkte! 

Die Artland Dragons wissen auch im dritten Spiel auf die Offensive des Gegners im Verlauf zu reagieren und übernahmen im zweiten Viertel das Ruder. Trier zeigte sich über weite Strecken kämpferisch, doch den Rückstand von zehn Punkten liefen sie den Rest des Spiels hinterher. Eine Zahl, die bei Quakenbrück negativ aufgefallen ist, ist die Zahl der Turnover. 19 Ballverluste musste sich der Dragons-Coach mit angucken. Können sie diese Zahl am Sonntag niedrig und ihr Spiel beibehalten, werden sie als die “Eins im Norden” betitelt. Die Donnervögel reisen mit massig Rückenwind an. Der erste Härtetest mit einem Gegner auf Augenhöhe… oder?


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