Im Wechselbad der Gefühle

Im Wechselbad der Gefühle

Vechta (le) – Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, die Spieler der Vechtaraner seien schwanger. Mit deutlichen Schwankungen innerhalb weniger Tage lassen sie viele Fragen offen und ihre Fans ratlos zurück.
Bereits am Freitag gastierten die Gießen 46ers in Vechta. Gegen den Traditionsverein aus Hessen gelang den Mannen von Pat Elzie ein 79-72 Achtungserfolg. Zwei Tage später das umgekehrte Bild: Beim Team aus Heildeberg setzte es eine deftige 99-75 Klatsche, mit der sich die Truppe aus Vechta wohl endgültig von ihren Play-off Träumen verabschieden muss.

Rasta Vechta – Gießen 46ers

Kevin Smit! Was für ein Wahnsinnsspiel von dem Mann mit der Nummer10. Mit einer überragenden Trefferquote von Downtown drückte Smith dem Spiel sein Stempel auf. Uns würde es nicht wundern, wenn Stephen Curry in Golden State vor seinem Laptop saß und anerkennend Beifall klatschte. Aber auch ein weiteres deutsches Talent wusste gegen den Tabellendritten zu überzeugen. Mit 15 Punkten und 13 Rebounds avancierte Oli Mackeldanz zum spielbestimmenden Akteur neben Smith. Einzig und Allein seine sechs Turnover ließen dem Nörgler ein Haar in der Suppe finden.
Bereits im ersten Viertel legte Vechta los wie die Feuerwehr: Mit schnellen Passspiel und starken Aktionen wirbelten sie die Defence der Gießener ein ums andere Mal durcheinander. Immer wieder war es Chase Griffin, der Kevin Smit am Perimeter fand. Schon nach fünf Minuten leuchtete eine zweistellige Ziffer am Scoreboard hinter der Nummer 10 (4/4 Dreier zu diesem Zeitpunkt).
Mit einem 10-Punktevorsprung ging es in die Viertelpause, in der Denis Wucherer wohl die richtigen Worte fand. Mit intensiverer Aggressivtät und mehr Einsatzwillen kämpften sich die Gießener Punkt um Punkt heran, sodass der Vorsprung bis zur Halbzeit auf vier Punkte schmolz. Im dritten Viertel ein ausgeglichenes Spiel zwischen beiden Teams, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Das vierte Viertel sollte die Entscheidung bringen: Vom Publikum angetrieben, erwischte Rasta den besseren Start. Allerdings zeigte Gießen in dieser Phase eine Eigenschaft, die bei Vechta die komplette Saison über vermisst wurde: Einsatzwillen, Kampfbereitschaft. Angetrieben vom starken Duo Lischka und Di Leo kämpften sich die Mannen von Denis Wucherer Punkt um Punkt heran, sodass das das Spiel fünf Minuten vor Schluss wieder auf Messers Schneide stand (68-66). Anscheinend die Initialzündung für Kevin Smit wieder zu übernehmen. Mit vier Punkten in Folge sorgte er für einen niedrigeren Puls beim Publikum. Die letzten drei Minuten ließ Vechta Gießen nicht mehr in Schlagdistanz kommen und verwaltete den Vorsprung souverän.
Alles in Allem ein verdienter Sieg, der in einem starken Teamspiel seinen Ursprung hatte. Viele Akteure erreichten endlich Normalniveau, andere übertrafen die in sie gesetzten Erwartungen. Die einzigen Kritikpunkte dürften die vielen vergebenen Fastbreakpunkte sein, die ein höheres Ergebnis verhinderten sowie die vielen, einfachen Korbleger, die zugelassen wurden.
Eine Leistung, die gleichzeitig Freude und Enttäuschung auslöst. Freude darüber, wie sie das Spiel gegen eine Topmannschaft, die im Aufstiegskampf ein gewichtiges Wort mitreden dürfte,  für sich entscheiden konnten und Wut darüber, dass sie ihre durchaus vorhandenden Möglichkeiten, die Saison über nicht auf den Court bringen konnten.

MLP Academics Heidelberg – Rasta Vechta
Zwei Tage später war die Hoffnung auf die Play-off’s auch schon wieder zerstört. In Heidelberg zeigte die Mannschaft von Pat Elzie wieder ihr hässliches Gesicht. Das Gesicht, das keiner mehr sehen wollte. Das Gesicht, welches die Mannschaft diese Saison schon zu oft zeigte. Mit 95-77 kam die Truppe aus Vechta in Heidelberg unter die Räder. Kevin Smit, der im Spiel gegen Gießen noch überzeugen konnte, schoss von Downtown die Lichter aus (1/6 Dreier). Allein Oli Mackeldanz konnte seine Form aus dem vorherigen Spiel konservieren und überzeugte mit 10 Punkten und 5 Rebounds bei einer beachtlichen Trefferqoute (71%). Bei Heidelberg überzeugten die US-Amerikaner John Eggleston (24 Punkte/5 Rebounds) und Bradley Tinslay (19 Punkte/ 7Assists/ 4 Rebounds) sowie der Deutsche Nico Adamczak (20 Punkte/ 4 Rebounds), der nicht nur durch seine Frisur zu gefallen wusste.
Zur Halbzeit gestaltete sich die Partie noch ausgeglichen (37:37), doch nach der Pause überrollte die Mannschaft von Trainer Branislav Ignjatovic die Vechtaraner wie ein ICE. Ohne Zwischenstopp. Mit 160 km/h.
Mitte des vierten Viertels war die Partie bereits entschieden, mit 20 Punkten Rückstand ging es in die Endphase der Partie, die keine Spannung für die Zuschauer bereithielt. Durch den Sieg springt die Mannschaft aus Heidelberg auf einen der begehrten Play-off Plätze, den die Vechtaraner nach dieser enttäuschenden Partie abschreiben können.
Eine enttäuschende Saison mit vielen Personalwechseln und Scharmützeln neigt sich dem Ende zu. Hoffen wir darauf, dass die letzten beiden Spiele ein versöhnliches Ende nehmen und in der neuen Saison wieder angegriffen wird. Die Fans würden gerne wieder das schöne Gesicht der Rastafari sehen. Wir übrigens auch!

Die nächsten Spiele der beteiligten Teams:
21.03.2015 20:00 Rasta Vechta – Science City Jena
21.03.2015 20:00 Gießen 46ers – finke Baskets Paderborn
22.03.2105 20:00 MLP Academics Heidelberg – Niners Chemnitz



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