NordHoops-Vereine unter sich – Sonntag ist Derbytime!

NordHoops-Vereine unter sich – Sonntag ist Derbytime!

Quakenbrück (le/hs) – Am Sonntag ist es endlich wieder so weit! Das einzig wahre Nordderby im Sport steht an. Werder Bremen vs. HSV? Kindergeburtstag! THW Kiel vs. SG Flensburg Handewitt? Streichelzoo!

EWE Baskets OldenburgUm 15:00 steigt das, von den Fans mit Spannung erwartete, Derby. Der Tabellensechste, die EWE Baskets aus Oldenburg, empfängt seinen direkten Tabellennachbarn, die Artland Dragons aus Quakenbrück. Für genügend Brisanz dürfte, aufgrund der Vorkommnisse in der vergangenen Woche, gesorgt sein. Nach desolaten Spielen und dem damit verbundenen Abrutschen in der Tabelle, musste Coach Sebastian „Seb“ Machowski seine Zelte frühzeitig in Oldenburg abbrechen. Für ihn übernahm (k)ein Unbekannter: Mladen Drijencic!
Der Serbe, der laut Geschäftsführer Hermann Schüller die beste Option sei, soll die Mannen um Rickey Paulding wieder auf Kurs bringen, am besten schon am Sonntag.

Ein Blick auf den Teamvergleich lässt kaum Unterschiede erkennen: Die sich im Sinkflug befindenden Baskets gewannen vier ihrer letzten zehn Duelle, während die Dragons ihre aufsteigende Form mit einer Bilanz von 6/4 aus den letzten zehn Partien untermauern. Gerade die letzten Spiele der Kontrahenten lassen auf die Formkurve der Vereine schließen: Die Baskets holten sich in Tübingen und zu Hause gegen Trier eine Klatsche ab, die Dragons gewannen ihre Spiele gegen Bayreuth und in Frankfurt.
Die Vorteile der Dragons liegen im Zusammenspiel (19,3 vs. 16,7 Assists) sowie bei den verwandelten Treffern aus dem Feld (Field Goals: 48,4 % vs.46 %, Dreier: 40,4 % vs. 37,7 %). Die Baskets dominieren beim Rebound (34 vs. 32,8) und an der Charging Line (82,3 % vs. 72,7 %). Die Statistiken deuten aber auch an, dass alles nah beieinander liegt.
Die Fans beider Lager dürfen sich auf ein spannendes Spiel freuen. Vielleicht ja mit einem ähnlich dramatischen Ende wie am Dienstag. Bleibt nur die Frage, wer am Sonntag den Platz als Sieger verlässt…

 

Bundesliga-Grünschnabel vs. Bundesliga-Sophomore
Mladen Drijencic ist 1994 als Flüchtling aus Bosnien nach Deutschland gekommen. Bleiben durfte er 1998 nur, weil ihm der Basketballverein aus Uerdingen einen Arbeitsplatz als hauptamtlicher Trainer anbot. Wegen des damit verbundenen Arbeitsvisums, musste Mladen nicht nach Bosnien zurück – wodurch der Basketballsport zu seinem Leben wurde. “Basketball hat mir die Chance gegeben, in Deutschland ein neues Leben zu beginnen. Basketball bedeutet mir alles.” Vier Jahre hatte er in unbedeutenden Ligen gezockt, ehe er die erste Mannschaft übernahm und sich energisch um die Jugendarbeit kümmerte – parallel war er Co-Trainer der deutschen U18-Auswahl. Heute ist er im Besitz der A-Trainerlizenz und gilt zu den größten Basketball-Tüftlern, die Deutschland zu bieten hat.

Seit 2010 ist Mladen ein Basket. Letzte Saison gewann er mit der zweiten Mannschaft die ProB und wurde zum “Coach des Jahres” ausgezeichnet. Mit viel Emotionen und Geniestreichen geht der Bosnier in ein Basketballspiel, die Bundesliga ist jedoch absolutes Neuland. Von der Liga mitbekommen, hat er so viel, wie unser einer von der Tribüne. Tyron McCoy dagegen kennt alle Bundesliga-Arenen besser als seine eigene Bude. Hunderte Verteidiger vernaschte er leichtfüßig während seiner Karriere. Ist Mladen der Nächste, der am Sonntag vernascht wird?

Seit der Saison 2013/2014 hält Tyron “The Cat” McCoy das Zepter bei den Burgmannsstädtern in der Hand. Am Sonntag kehrt er in seine alte, geliebte Heimat zurück. Sein Trikot mir der Nummer 14 hängt seit 2010 neben den Trikots des Ex-Drachen Daniel Strauch und Oldenburgikone Pawel Becka unter der Hallendecke der EWE-Arena. Der besonnene US-Amerikaner, der diese Saison schon hart in der Kritik stand, konnte mit den letzten beides Siegen etwas für Ruhe sorgen. Vorallem die Pick &Rolldefence gegen Cobbs und Voigtmann stellte die Frankfurter vor große Probleme, die gezwungen waren, viele Würfe aus der Halbdistanz zu nehmen.

Viele Fans werfen ihm vor, zu ruhig zu agieren: Emotionen a la Obradovic oder Pesic werden bei ihm vermisst. Allerdings zeigt McCoy, dass man auch mit seiner Art Spiele drehen kann. Nachdem das Spiel gegen Frankfurt drohte, verloren zu gehen, nahm der Dragons-Coach eine Auszeit und erklärte seinem Team, ruhig und Seelenentspannt, die nächsten Aktionen: Mit Erfolg!
Der Trainernovize erreichte direkt im ersten Jahr die Play-offs. Aber damit nicht genug: In der ersten Runde schalteten die Artland Dragons sensationell den Serienmeister aus Bamberg aus. Seine erste Meisterleistung. Generell waren die Play-offs der Dragons schön anzusehen. Der Coach verstand es, die Spieler auf den Punkt zu motivieren. Dies ist auch am Sonntag nötig, wenn die Dragons die Punkte aus Oldenburg entführen wollen. Vielleicht hat der US-Amerikaner ja noch das ein oder andere As im Ärmel. Uns würde es nicht wundern!

Tabelle bbl

Sollte Quakenbrück gewinnen, tauschen die NordHoops-Vereine die Plätze. Das Hinspiel gewannen die Drachen mit 92:85.

Wundertüte vs. Tradition
Vom Flugschullehrer zum Staffelchef. Mladen Drijencic ist der neue Dirigent in Oldenburg. Doch was bedeutet das für die Starting-5? Stellt der Neue um?

Julius Jenkins macht sich sicherlich Hoffnung darauf, nach 71 Punkten aus den letzten 5 Spielen seine Flügel gegen die Drachen am Sonntag mit als Erster auszuspannen. He’s hot! Der 34-Jährige gehört zu den Generälen Oldenburgs – seine Routine und Abgeklärtheit brauchen die Niedersachsen jetzt. Jedoch ist er von der Bank kommend wichtiger. Oldenburg wird, wie zuletzt, mit dem Wühlbüffel, Chris Kramer und Casper Ware beginnen.

Auf das amerikanische Hartholz, Adam Chubb und “Vogel-Opa” Rickey Paulding wird Mladen ebenfalls nicht verzichten. Aleksandrovs Federkleid ist in den letzten Partien immer dunkler und matter geworden. Philipp Neumann hat seins dagegen zum Strahlen gebracht. Da Staffelchef Drijencic auf junge, deutsche Talente setzt und Aleksandrov einen Tiefflug durchlebt – spricht etwas dagegen Philipp starten zu lassen?
Uns würde es nicht wundern, wenn McCoy seiner Starting-5 der letzten Spiele vertraut. Viel wird davon abhängen, ob der verletzte Wunderzwerg, David Holston, wieder auf Punktejagd gehen kann (Leiste). Allerdings pushte dieser Zustand einen Drachen ganz besonders. Die Rede ist vom deutschen Nationalspieler Bastian Doreth. Der Franke übernahm in den letzten beiden Spielen Verantwortung und wusste mit guten Leistungen zu überzeugen. Ebenfalls wieder an Bord ist der Captain der Dragons. Anthony King war es, der die Dragons mit seinen Aktionen zum Sieg gegen Frankfurt führte. An beiden Enden des Feldes verrichtete der US-Amerikaner sehr starke Arbeit. Im Hinspiel erlegte der Center die Donnervögel im Alleingang (24 Punkte / 9 Rebounds). Gerade sein Siegenwille setzt neue Kräfte frei, im Kampf um die Play-offs. Ob er starten wird?

Auf den Positionen zwei, drei und vier wird es keine Änderungen geben, dafür legen wir unsere Hand ins Feuer. Der gefeierte Held vom Dienstag, Antonio Graves, dürfte nur so vor Selbstvertrauen strotzen. Ebenso Lawrence Hill, der sein Visier nach langer Durststrecke von jenseits der 6,75m Linie, wieder richtig eingestellt hat. Das Brandon Thomas ein Spiel im Alleingang entscheiden kann, dürfte sich mittlerweile auch bis nach Oldenburg rumgesprochen haben.

Aufbruchstimmung vs. Auswärtsstärke
Oldenburg hat von den letzten 10 Heimspielen 5 gewonnen und 5 verloren. Gegen Bamberg, Bremerhaven, Bonn, den Mitteldeutschen BC und Crailsheim gingen die Donnervögel als Sieger vom Court. Gegen Trier, Frankfurt, Ludwigsburg und Göttingen hagelte es deftige, schmerzhafte oder peinliche Niederlagen. Dass sie das Spiel gegen Berlin nicht gewannen, ist dagegen halb so wild.

Die Dragons mögen es, auswärts anzutreten. Vor fremder Kulisse spielen die Drachen frei auf, was man von ihren Heimspielen nicht behaupten kann. Mit einer Bilanz von 8/5 belegen sie den fünften Platz in der Auswärtstabelle. Allerdings konnte noch kein großer Gegner auswärts besiegt werden, zumeist hagelte es sogar herbe Niederlagen. Mit Siegen in Frankfurt, Tübingen, Hagen und Bremerhaven konnten die letzten vier Auswärtsspiele gewonnen werden. Die letzte Niederlage datiert aus dem Januar, im Spiel gegen Braunschweig. Kann die beeindruckende Serie fortgesetzt werden?

X-Faktor

ArtlandDragons_querJulius Jenkins kann der entscheidende Mann auf Seiten der Oldenburger werden. Der US-Guard liebt Drucksituationen und kann es nicht abwarten sich zu beweisen. Viel gefährlicher ist jedoch ein anderer Faktor – und wenn der greift, können sich die Drachen warm anziehen. Sollte Oldenburg unter dem neuen Coach wie beflügelt aufspielen und die Dinger früh im Spiel in den Korb der Drachen zimmern, sind das Momentum und die vergangenen Kack-Wochen plötzlich auf deren Seite. Die Fans stehen nach dem Trainerwechsel ohnehin Kopf…

Auf Seiten der Dragons könnte der Deutschamerikaner Chad Toppert zum X-Faktor avancieren. Im Spiel gegen Frankfurt übernahm der Spieler mit der Nummer 33 Verantwortung und hämmerte zwei seeeehr wichtige Dreier durch die Reuse. Zudem verzeichnete der Drache, der auf der für ihn ungewohnten Postion des Power Forwards spielte, zwei Offensivrebounds, die zeigen, dass der Mann durchaus gewillt ist, alles für seinen Verein zu geben. Das Selbstvertrauen dürfte er besitzen, um die Dragons mit seinen Distanzwürfen zum viel umjubelten Auswärtssieg zu führen. Wir dürfen gespannt sein…

Wir freuen uns auf ein faires und leidenschaftliches Derby! Ausgang offen…

 

 



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