Veilchen bringen Favorit Berlin ins Wanken

Veilchen bringen Favorit Berlin ins Wanken

Berlin/Göttingen (pm/bgg) – Die BG Göttingen hat es dem Favoriten am 6. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga (easyCredit BBL) schwer gemacht, am Ende hat es aber nicht ganz zum dritten Saisonsieg gereicht. Die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers verlor am Samstagabend bei ALBA BERLIN 87:91 (39:44). Zwar gab der neu verpflichtete Alex Ruoff vor 8.177 Zuschauern in der Berliner Mercedes-Benz-Arena sein Comeback für die Veilchen, aber Roijakkers musste auf seine beiden Leistungsträger Jesse Sanders (Schmerzen im Handgelenk) und Benas Veikalas (Oberschenkelprobleme) verzichten. Die Ersatz geschwächten Göttinger blieben dennoch lange in der Partie und führten sogar in der 38. Minute noch 79:78. In der entscheidenden Phase setzten sich dann aber die Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit der Gastgeber aus der Hauptstadt durch. Neuzugang Ruoff und Darius Carter waren die besten Veilchen-Werfer mit je 18 Punkten. Für Berlin erzielte Elmedin Kikanovic 20 Zähler.

Die Veilchen steckten trotz ihrer Ausfälle den Kopf nicht in den Sand und spielten mit viel Selbstvertrauen und Mut. Zu Beginn taten sich beiden Mannschaften allerdings schwer, in einen Spielrhythmus zu kommen. Die BG leistete sich viele Ballverluste, verhinderte es aber dennoch, dass die Hauptstädter davonzogen. Nach dem 7:12 durch Berlins Dominique Johnson brachten Scott Eatherton und Leon Williams die Gäste wieder auf 11:12 heran (8.). Johnson und ALBAs Paul Carter ließen den Veilchen-Rückstand wieder anwachsen (13:20), zum Viertelende traf Dominik Spohr zum 16:20.

Auch im zweiten Abschnitt merkte man die auf dem Papier gegebene Überlegenheit der „Albatrosse“ nicht. Die Veilchen kamen immer wieder bis auf zwei Punkte an die Berliner heran und hatten sogar die Chance zum Ausgleich, vergaben diese aber jedes Mal wieder. Der deutsche Pokalsieger bestrafte zwar nicht jeden Fehler der Göttinger, ließ seine individuelle Qualität jedoch ab und zu aufblitzen. Niels Giffey brachte die Hausherren durch einen Dreier wieder sieben Punkte in Führung (22:29/15.), doch die Roijakkers-Truppe verteidigte gut, holte Rebonds und spielte als Team. Einem Dreier von Mathis Mönninghoff zum 34:36 ließ Carter, der ohne Foulprobleme blieb und so endlich seine Klasse zeigen konnte, kurz vor der Halbzeitpause ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) zur ersten Göttinger Führung folgen (39:38). In der letzten Minute vor der Pause gaben die Berliner noch einmal Gas und nutzten Unkonzentriertheiten der Veilchen aus, sodass diese mit einem 39:44-Rückstand in die Kabine gingen.

Gleich nach dem Seitenwechsel sah es so aus, als ob die Kraftverhältnisse nun klar gestellt werden würden. ALBA ging durch Kikanovic 39:48 in Führung (22.). Aber die mitgereisten Veilchen-Fans sahen ein niemals aufsteckendes Gastteam, das einen 10:2-Lauf folgen ließ, den Carter zum 49:50 abschloss (25.). Die Partie blieb eng, denn immer wenn sich ALBA wieder ein wenig absetzen konnte, hatte die BG die richtige Antwort. Einen Dreier von Engin Atsür, konterte Malte Schwarz ebenfalls von jenseits der 6,75-Meter-Marke zum 56:59 (28.). Doch auch diesen Abschnitt gewann das Team von ALBA-Headcoach Ahmet Caki knapp und behauptete vor dem Schlussviertel eine 60:66-Führung.

Wer nun gedacht hatte, dass die Kräfte der Veilchen, die auch Foulprobleme bekamen, irgendwann schwinden würden, hatte sich geirrt. Im Gegenteil: Die Göttinger trafen weiterhin hochprozentig von der Dreier-Linie und auch Ruoff integrierte sich immer besser ins Team. Der US-Guard erzielte von außen den 67:67-Ausgleich, Mönninghoff traf in der 35. Minute ebenfalls für drei zur 70:69-Führung. Die Partie war weiterhin spannend, denn wieder war es Schwarz, der auf einen Dreier von ALBA-Guard Peyton Siva ebenfalls drei Punkte folgen ließ (79:78/37.). Aber Berlin wurde nicht nervös und antwortete mit einem 0:9-Lauf zum 79:87 (40.). In den verbleibenden 18 Sekunden versuchte die Roijakkers-Truppe das Spiel noch durch schnelles Stoppen der Uhr zu drehen, doch die Gastgeber blieben sicher von der Freiwurflinie, sodass sie den Vorsprung über die Zeit retteten.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen):
„Ich denke, im Basketball gibt es immer einen verdienten Sieger, und das war heute ALBA. Wenn man allerdings 39 Minuten lang im Spiel ist, will man es natürlich auch gewinnen. Leider haben wir am Schluss einige Fehler gemacht, und ALBA hat das nötige bisschen mehr an Qualität gezeigt. Aber ich bin sehr stolz auf mein Team und diese Leistung trotz unserer Ausfälle. Wir haben den Ball sehr gut gepasst. 26 Assists sind ein starker Wert.“

Ahmet Caki (Headcoach ALBA BERLIN):
„Beide Teams haben Lob für 40 Minuten Team-Basketball verdient. Nach unseren drei Niederlagen in der easyCredit Basketball Bundesliga standen wir unter Druck, und das habe ich meinen Spielern auch angemerkt. Wir hatten einige Kommunikations-Probleme in der Defense und haben Göttingen mit unseren Fehlern zu einfachen Punkten kommen lassen. Aber unter dem genannten Druck war es für uns das Wichtigste, dieses Spiel zu gewinnen. Der Sieg wird uns helfen, positiv an die kommenden Herausforderungen zu gehen.“

ALBA BERLIN – BG Göttingen 91:87 (44:39)
Die Viertel im Überblick: 20:16, 24:23, 22:21, 25:27
Zuschauer: 8.177
BG Göttingen:
Williams (7 Punkte/1 Dreier, 9 Assists), Ruoff (18/2), Spohr (5/1), Carter (18/1, 12 Rebounds), Schwarz (6/2), Mönninghoff (9/3), Waleskowski (11), Borchers (2), Eatherton (11), Grüttner (n.e.).
ALBA BERLIN:
Giffey (3 Punkte/1 Dreier), Malu (2), Siva (17/2, 9 Assists), Akpinar, Kikanovic (20), Vargas (2), Atsür (10/2), Radosavljevic (2), Milosavljevic (14/2, 5 Rebounds), Johnson (17/3), Carter (2), Gaffney (2).



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